Umwelt, Gesellschaft und Tierleid

Die Erde brennt, die Meere vermüllen, wir Menschen quälen Tiere und vergiften unseren Lebensraum. Seit 2020 fasse ich meine Arbeiten unter dem Titel „Un-Welt“ zusammen, da dies meinen Gefühlen stärker Ausdruck verleiht.

Wie für mich typisch sind meine Bilder sehr farbenfroh, aber die Ästhetik der Motive täuscht. Das Thema, die fortgeschrittene Vernichtung unseres Lebensraums, zieht unweigerlich nach sich, dass diese Arbeiten uns Menschen und unseren Umgang mit der Natur anklagen. Dennoch bleibt jedem die Wahl, nur ein künstlerisches Werk zu sehen oder seine Seele berühren zu lassen.

Bilder, die ich sorgfältig male oder illustriere, werden mit Schere und Messer zerschnitten. Oder mit Sprayfarbe aufgebrachte symmetrische Elemente (zer-)stören das „schöne“ Bild – als Symbol dafür, wie wir Menschen dies in der Tierproduktion mit empfindsamen Lebewesen, in der Natur mit unserer Umwelt und im menschlichen Miteinander praktizieren.

„Ich esse ja auch nur wenig Fleisch!“ ist die meistgebrauchte Platitüde, mit der sich fleischessende Menschen gegenüber Vegetariern rechtfertigen. So war es der perfekte Titel für meine Serie der zerschnittenen Bilder 2019.

Bei den Arbeiten im Jahr 2011 habe ich meine Gefühle gegenüber industrieller Tierhaltung, Tiertransporten und Tierversuchen durch „schmutziges Malen“ zum Ausdruck gebracht, indem ich nicht gepinselt oder gespachtelt, sondern die Farbe direkt aus Tube und Eimer auf die Leinwände geträufelt und gespritzt habe.

Gedanken zu den Bildern finden Sie unten auf dieser Seite.

NI vier fünf null | Objekt aus Stoff und Recyclingmaterial 2021 | Beitrag zur Kunstaktion „Schafe im Kunstpelz“ der Wentorfer Kulturwoche 2021.
Schaf NI vier fünf null steht stellvertretend für die unzähligen Tiere, denen als nummerierte Objekte sämtliche Rechte aberkannt werden. Schafe werden in der weltweiten Wollindustrie zu Profitzwecken ausgebeutet, gequält und getötet. Die Tiere erleiden schockierende Misshandlungen, darunter das blutige Mulesing, die grausame Kastration ohne Betäubung und die tierquälerischen Lebendexporte.

Zivilisation | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2021 | 70 x 100
Weltweit verwandeln sich jedes Jahr 70.000 Quadratkilometer Land in Trockengebiete, das entspricht der Größe Bayerns. Die Ursachen der Desertifikation (fortschreitende Wüstenbildung) sind die Überweidung von Flächen, die Übernutzung von Böden, die Vernichtung von Wäldern, Verbrauch/Verschwendung von Wasser und der Klimawandel. Betroffen sind vor allem die Sahelzone, Südafrika, Zentral- und Südasien, Australien, Nord- und Südamerika, mittlerweile aber auch Südeuropa. Bis zum Jahr 2050 könnte die Weltbevölkerung auf 10 Milliarden Menschen angewachsen sein. Weltweit leben inzwischen rund eine Milliarde Menschen in Trockengebieten – zumeist in Armut – Brennholz und Ackerflächen sind für sie eine Frage des Überlebens. (Quelle: https://www.br.de/wissen/desertifikation-verwuestung-wuestenbildung-ausbreitung-wueste-100.html)

Die Hübschlerin | Öl auf Leinwand 2019 | 100 x 80 cm
Im Mittelalter kleideten sich „anständige“ Frauen dezent und unauffällig. Prostituierten war Kleidung in „Schandfarben“ vorgeschrieben: Rot, Gelb oder Grün.
Mit gesellschaftlicher Diskriminierung, Vorurteilen und Berührungsängsten müssen sich Prostituierte bis heute auseinandersetzen.
„… Nach einem im Jahr 2012 veröffentlichten Bericht der Fondation Scelles arbeiten weltweit etwa 40 bis 42Millionen Menschen im Prostitutionsgewerbe, von denen 90 % von Zuhältern abhängig sind. 75 % von ihnen sind zwischen 13 und 25 Jahre alt.
Die konservativsten offiziellen Statistiken deuten darauf hin, dass eine von sieben Prostituierten in Europa Opfer von Menschenhandel ist, wohingegen einige Mitgliedstaaten schätzen, dass dies auf 60 % bis 90 % der Prostituierten, die in dem Markt des jeweiligen Landes tätig sind, zutrifft. Des Weiteren geht aus den verfügbaren Daten hervor, dass der Großteil des Menschenhandels in Europa die sexuelle Ausbeutung, vor allem von Frauen und Mädchen, zum Ziel hat. …“
(Zitat aus der Studie für den FEMM-Ausschuss des EU-Parlaments 2014 „Sexuelle Ausbeutung und Prostitution und ihre Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter“ https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/STUD/2014/493040/IPOL-FEMM_ET(2014)493040_DE.pdf)

Kreuzfahrt | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2020 | 100 x 80 cm
Eine künstliche Welt, in der alles schön ist – so möchten wir lieber leben, als auf Komfort und Statussymbole zu verzichten. Wir fahren unsere Kinder mit großen Autos zur Schule und kaufen uns jedes Jahr ein neues Handy, einen Fernseher und anderen Luxus. Wir erholen uns im abgeschotteten Cluburlaub, fliegen dafür hoch über das Mittelmeer hinweg, während Flüchtende unter uns sterben und diejenigen, die das Glück hatten, es bis in ein Massenlager zu schaffen, dort festsitzen und die Hoffnung nicht aufgeben, in unserem Land Aufnahme und ein würdiges Dasein zu finden.

Waldbrand | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2020 | 60 x 50 cm
Jeder einzelne sollte sich immer mitverantwortlich fühlen für alle globalen Veränderungen, die geschehen. Der berühmte Flügelschlag des Schmetterlings auf der anderen Seite der Erde ist längst als Sturmtief bei uns angekommen.

Bolsonaro | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2019 | 100 x 80 cm
Falter, nicht spezifiziert, in einer tropischen Welt, nicht real, als Ausdruck dessen, was wir zu verlieren und bereits verloren haben.

Glyphosat | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2019 | 50 x 50 cm
Wanze mit Herbizid (Glyphosat ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und ein sogenanntes „Totalherbizid“. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Glyphosat ist laut Krebsforschungsagentur der WHO wahrscheinlich krebserregend beim Menschen – und es trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei. Quelle: BUND e.V.)

Öl | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2019 | 60 x 50 cm
Fisch und Fischkadaver im verölten Wasser

Fremdkörper | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2019 | 80 x 60 cm
Schildkröte in feindlicher Umwelt

Macroplastik | Öl/Sprayfarbe auf Leinwand 2019 | 60 x 50 cm
Schildkröte mit Plastikschwebteilchen

„Ich esse ja auch nur wenig Fleisch!“ | Edding/Gouache/Acryl/Kunstfell auf Leinwand 2019

Eye-Catcher | Acryl auf Leinwand 2011 | 100 x 80 cm – Injektion in Kaninchenauge

Frühstück | Acryl auf Leinwand 2011 | 100 x 80 cm – Legehennenbatterie

Ausflug | Acryl auf Leinwand 2011 | 100 x 80 cm – Tiertransport

Karussell | Acryl auf Leinwand 2011 | 100 x 80 cm – im Rondell fixierte Kaninchen im Versuchslabor

Brainstorming | Acryl auf Leinwand 2011 | 100 x 80 cm – Äffchen mit implantierten Elektroden

Alle Bilder: © Alexa Binnewies

Creative Commons CC BY-SA
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